Glauben denken

In dieser Re-Start-Folge klären wir darüber auf, was wir mit dem Titel "Difference" alles verbinden:

  1. Eine Distanznahme zu dem, was wir schon gedacht haben.
  2. Perspektiven, Entwicklungen und Zusammenhänge, in denen das Christentum den Unterschied macht.
  3. Die Verrücktheit, die uns einholt, wenn wir mit der Bibel in die Welt blicken.
    Für viele ist der christliche Glaube nur ein Märchen. Sie misstrauen den biblischen Texten. Andere finden darin einen unbedingten Orientierungsrahmen und festen Halt für ihr Leben. Aber die Bibel und die Geschichten der Bibel können uns Menschen auch jenseits dieser beiden Pole berühren. Sie stimmen eine Gewissheit an, in der man frei leben und zuversichtlich handeln kann. Über diesen dritten Weg sprechen Frank und Stephan heute ausnahmsweise ohne Elio im Podcast.

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Stephan Jütte

Stephan Jütte

Dr. theol.

Leiter Theologie und Ethik
Mitglied der Geschäftsleitung

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Eine Antwort

  1. es gibt ja auch die these, jesus sei so verrückt gewesen, den römischen kaiser mit dem schwert (mt 10.34) ablösen zu wollen. andererseits war er vielleicht zu wenig verrückt, um aus der messiastradition auszusteigen – wozu buddha ihm sicher geraten hätte – , was ihm das leben kostete, weil die jüdische obrigkeit befürchtete, ein könig der juden, der eine so grosse bewegung hinter sich hat, könnte den kaiser, der sich selbst als dieser könig verstand, provozieren, was sie veranlasste, seine beseitigung zu initiieren. buddha hätte ihm sicher auch geraten, im padmasana zu warten, bis er zu einer tieferen erleuchtung kommt. diese trat beim ihn beim eintritt des todes ein. wir wissen, finde ich, nicht, wer er war. ich nehme an, dass er durch seinen tod nochmal anders geworden ist. so hat er sich paulus offenbart. dieser wiederum legte wert darauf, dass wir ihn jetzt nicht mehr dem fleische nach kennen. (2kor 5.16) das muss nicht heissen, dass wir nicht wissen, wer er war. davon wollte paulus aber – aus was für einem grund immer – nichts oder fast nichts wissen. „nicht wissen – es sei denn den gekreuzigten.“ (1kor 2.2) einer ist gestorben, darum sind alle gestorben. (2kor 5.14) paulus wurde aufgrund dieser todeserfahrung selbst erleuchtet und verstand, wer der auferstandene ist. sein wort, dass jesus durch seinen vater auferweckt worden sei, sagt wiederum etwas darüber aus, was erleuchtung ist. auch abgesehen davon die einsicht, dass das leben mehr ist als raum und zeit. darum auch nach dem physischen tod. ewig. und durch diese erfahrung als ganzes erleuchtet. durch solche argumentationen lande ich an dem sehr irdischen ort unter dem kreuz. nahe dem gegenteil von verrücktheit. es bleibt allerdings die frage, warum jesus gekreuzigt worden ist. und die ahnung, dass die vernunft des sich als könig der juden feiern zu lassen in frage steht. darum lebe ich heute nicht mehr direkt unter dem kreuz, sondern da, wo verschiedene geschichten zusammenkommen. aber nicht ohne verbindung zum genannten ort. je nachdem, wie die sich selbst offenbarende wahrheit sich offenbart. damit hoffe ich, in vollständige differenz zur verrücktheit gekommen zu sein. so müssten eigentlich die beiden für mein empfinden leicht verrückten diskutierenden mit mir zufrieden sein. zumal die ganze verrücktheit nach paulus auf einem teil der teile beruht, durch die unser erkennen – ek merous – zu stande kommt, die, wenn das vollkommene kommt, allesamt abgetan werden: das schauen von angesicht zu angesicht, das nur in ruhe möglich ist. eine erfahrung, in der alles in allem ist, und nicht alles verrückt und von allem entrückt. paulus mahnt zum verstand, den ich als neuzeitliche vernunft interpretiere. (1kor 13.9-12, 14.15 und 19, 15.28)

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